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Wie funktioniert der Konjunkturzyklus?

Der Konjunkturzyklus beschreibt das wellenförmige Auf und Ab der Wirtschaftsaktivität. In der Volkswirtschaft wird zwischen vier konjunkturellen Phasen unterschieden: Aufschwung, Hochkonjunktur, Abschwung, Konjunkturtief. Ein starker Aufschwung wird häufig als „Boom“ bezeichnet. Einen starken Abschwung in mehreren aufeinanderfolgenden Quartalen mit absolut zurückgehender Wirtschaftsaktivität nennt man „Rezession“. Nicht jeder konjunkturelle Aufschwung ist ein Boom, und nicht jeder konjunkturelle Abschwung mündet in eine Rezession.

Viele Faktoren beeinflussen das konjunkturelle Auf und Ab.

Die Konjunktur bezieht sich auf die Auslastung der Kapazitäten einer Volkswirtschaft oder eines Wirtschaftsraumes. Sie wird beeinflusst durch Schwankungen der Nachfrage, der Produktion und der Investitionstätigkeit. Ohne Investitionen sinkt die Auslastung beispielsweise im Lauf der Zeit zwangsläufig, vor allem durch Alterung von Maschinen und Technik. Andererseits wirken sich getätigte Investitionen oft erst zeitverzögert auf die Produktion aus, wenn die Konjunktur sich möglicherweise bereits wieder abgekühlt hat. Im Bereich der Finanzmärkte kommt es infolge der guten konjunkturellen Lage zu Preisübertreibungen oder gar Blasenbildungen. Der Konjunkturzyklus hat seinen Hochpunkt erreicht. Es kommt zu einer konjunkturellen Abkühlung („Abschwung“). 

In einem Abschwung sind die Kapazitäten einer Volkswirtschaft nicht voll ausgelastet, der Staat sollte daher geeignete Maßnahmen ergreifen, um die Gesamtnachfrage auszuweiten. In einer Boom-Phase besteht die Gefahr, dass die Gesamtnachfrage über das Gesamtangebot hinauswächst und die Inflationsrate steigt. Die Gesamtnachfrage sollte dann entsprechend gedrosselt werden.

Häufig wird die konjunkturelle Entwicklung auch durch Einflüsse von Außen (sog. „externe Schocks“) bedingt. Besonders zu nennen sind hier Verwerfungen an den Finanzmärkten infolge geplatzter Preisblasen (z. B. Immobilien) und geopolitischer Ereignisse (Kriege, Störungen der Energieversorgung).

Welche Instrumente stehen der Politik zur Verfügung?

Die Politik ist stets bestrebt, den Konjunkturzyklus zu glätten. Die Wunschvorstellung ist ein andauernder moderater konjunktureller Aufschwung ohne starke Ausschläge nach oben oder unten. Viele Politikbereiche nehmen Einfluss auf die Konjunkturentwicklung: Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik, Finanz- und Steuerpolitik, Strukturpolitik, Handelspolitik, Energiepolitik sowie Geld- und Währungspolitik sind die wichtigsten dieser Bereiche.

Insbesondere unter Einsatz der Finanzpolitik bzw. der Steuerpolitik (Synonym: Fiskalpolitik) wird in der Regel versucht, auf die Konjunktur Einfluss zu nehmen. Steuersenkungen sollen die Konjunktur ankurbeln, Steuererhöhungen sie abbremsen. Der Einsatz der Steuerpolitik zur Konjunktursteuerung ist jedoch aus zwei Gründen kritisch zu sehen: Zum einen werden mit steuerpolitischen Instrumenten in der Regel nicht nur konjunkturpolitische, sondern auch beispielsweise sozialpolitische Ziele verfolgt. Zum anderen wirken steuerpolitische Maßnahmen in der Regel erst mit einer großen zeitlichen Verzögerung: Von der Idee über die Gesetzgebung, die Implementierung bis hin zur Wirkung steuerpolitischer Maßnahmen vergeht gerne mal ein Jahr oder mehr. Schnellere Erfolge versprechen fiskalpolitische Maßnahmen über eine Erhöhung der Ausgaben des Staates. Ein Lehrbuchbeispiel hierfür ist die Umweltprämie für ältere Personenkraftwagen (auch: Abwrackprämie) aus dem Jahr 2009: Im Januar vom Kabinett beschlossen, konnten bereits ab Anfang März entsprechende Anträge eingereicht werden. Die Abwrackprämie war nachweislich eine fiskalpolitische Maßnahme, welche die Rezession in Deutschland im Nachgang zur Lehman-Krise abgemildert hat.

Steuerungsinstrumente des Staates:

  • Steuern
  • Abgaben
  • Investitionen
  • Subventionen

Steuerungsinstrumente der Notenbanken:

  • Leitzins
  • Geldmenge

Instrumente zur Steuerung der Konjunktur.

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