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Wie funktioniert die Bankenaufsicht?

Die Bankenaufsicht in Europa ist längst eine internationale Aufgabe geworden. Durch einen einheitlichen Kontrollmechanismus soll ein funktionsfähiges, stabiles und integres Finanzsystem gewährleistet werden – und zwar nicht nur im nationalen Zusammenhang, sondern in der gesamten Eurozone. Die europäischen und die jeweiligen nationalen Institutionen arbeiten dabei eng zusammen und teilen sich die verschiedenen Aufgaben untereinander auf.

Die EBA setzt die Standards

Zentrale Aufgabe der in London ansässigen Europäischen Bankenaufsichtsbehörde, kurz EBA, ist es, europaweit einheitliche Aufsichtsstandards zu entwickeln. Dabei bewertet die Behörde Risiken und versucht Schwachstellen aufzudecken. Zu diesem Zweck führt sie regelmäßig sogenannte „Stresstests“ durch, um die europäischen Banken auf ihre Krisenfestigkeit zu überprüfen. Die EBA nimmt in der Regel keine direkten Eingriffsrechte wahr, sondern setzt den regulatorischen Rahmen für die Aufgabenwahrnehmung durch die EZB bzw. die nationalen Aufsichtsbehörden.

Um die Größten kümmert sich die EZB

Im einheitlichen europäischen Bankenaufsichtsmechanismus (englisch „Single Supervisory Mechanism“, kurz: SSM) ist festgelegt, in welcher Konstellation die nationalen Behörden und die Europäische Zentralbank (EZB) für die Kontrolle der Banken in der Eurozone zuständig sind. Die EZB hat ihren Sitz in Frankfurt am Main und spielt seit der Einführung des SSM im November 2014 die Hauptrolle bei der Aufsicht der als „bedeutend“ eingestuften Banken der Eurozone. Gemessen an der Bilanzsumme gehören hierzu grundsätzlich die drei größten Banken eines jeden Landes sowie all jene Banken, deren Bilanzsumme entweder über 30 Milliarden Euro beträgt oder 20 Prozent der Wirtschaftsleistung eines Landes ausmacht. Damit fallen nur etwa 127 (Stand: 15. November 2016) der insgesamt rund 6.000 Banken in der Eurozone direkt unter die Kontrolle der EZB. Für jede dieser Banken wird ein gemischtes Aufsichtsteam aus Mitarbeitern der EZB und der nationalen Aufsichtsbehörden aufgestellt. Die nationalen Aufsichtsbehörden bleiben dadurch auch an der Kontrolle der „bedeutenden“ Institute beteiligt. Alle übrigen, sogenannten „weniger bedeutenden“ Banken werden weiterhin von den nationalen Aufsichtsbehörden überwacht. In Deutschland sind dies die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz BaFin, und die Deutsche Bundesbank. Da die EZB eine Aufsicht über das Gesamtsystem ausübt und eine einheitliche und qualitativ hochwertige Aufsichtspraxis sicherstellt, ist die EZB auch bei diesen weniger bedeutenden Instituten indirekt in deren Aufsicht involviert. Auch die Banklizenzen werden in einem zweistufigen Verfahren durch die EZB in Zusammenarbeit mit der BaFin erteilt.

Quelle: www.bundesbank.de

Die Aufgaben der BaFin in Deutschland

Neben der Aufsicht über einen Großteil der Banken, darunter die meisten Sparkassen und Volksbanken, überwacht die BaFin auch den Wertpapierhandel sowie das Versicherungswesen in Deutschland. Gemeinsamer Sitz der Behörde ist Frankfurt am Main und Bonn. Insgesamt ist die BaFin zuständig für rund 1.820 Banken, 680 Finanzdienstleistungsinstitute, 580 Versicherungsunternehmen und 30 Pensionsfonds, sowie über 6.000 inländische Fonds und rund 260 Kapitalverwaltungsgesellschaften (Stand: März 2015). Sie trägt dazu bei, die Zahlungsfähigkeit von Kreditinstituten, Versicherern und Finanzdienstleistern sicherzustellen. Durch ihre Marktaufsicht setzt sie zudem Verhaltensstandards durch, die das Vertrauen der Anleger in die Finanzmärkte wahren. Zum Anlegerschutz gehört es auch, dass die BaFin unerlaubt betriebene Finanzgeschäfte bekämpft.

Quelle: www.bafin.de

Die Aufgaben der Deutschen Bundesbank

Zusammen mit der BaFin ist es Aufgabe der Bundesbank die Integrität und Stabilität des Finanzsystems in Deutschland zu sichern. Die Bundesbank übernimmt dabei die laufende Überwachung der Banken: Sie wertet insbesondere die Jahresabschlussberichte der Institute aus und führt weitere Prüfungen nach dem Kreditwesengesetz durch. Die Deutsche Bundesbank liefert also die statistischen Daten zur wirtschaftlichen Lage der Kreditinstitute. Die BaFin erlässt dann die jeweiligen Verfügungen, Prüfungsanordnungen und Rundschreiben, meist in Abstimmung mit der Bundesbank. Die Deutsche Bundesbank hat ihre Hauptverwaltung in Frankfurt am Main und betreibt Filialen in den Regionen.

 

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