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Was versteht man unter der „Riester-Rente“?

Riester-Verträge sind staatlich zertifizierte und geförderte Altersversorgungsprodukte, die bestimmte Kriterien erfüllen müssen. Dazu gehören: eine Garantie, dass mindestens die selbst eingezahlten Beiträge plus staatlicher Zulage ausgezahlt werden. Wahlweise in Form einer lebenslangen Rente oder einer Teilkapitalauszahlung von bis zu 30 Prozent des vorhandenen Guthabens und Verrentung des Restkapitals. Der Rentenbeginn ist frühestens ab Vollendung des 62. Lebensjahres möglich.

Diese garantierten staatlichen Zulagen gibt es.

  • Ein Riester-Vertrag umfasst die folgenden staatlichen Zulagen: 154 Euro pro Jahr beträgt die Grundzulage. Diese erhält jeder, der einen förderfähigen Vertrag abgeschlossen hat und pro Jahr vier Prozent seines sozialversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens eingezahlt hat – maximal: 2.100 € abzüglich Zulagen.
  • Unter 25-Jährige erhalten einen einmaligen Berufseinsteiger-Bonus von 200 Euro. Besonders für Eltern lohnt sich der Abschluss eines Riester-Vertrages, denn pro Kind gibt es noch einmal 185 Euro pro Jahr. Wurde das Kind nach dem 1.1.2008 geboren, gibt es sogar 300 Euro jährlich.

Sonderausgaben

Die Gesamtbeiträge zu einem Altersvorsorgevertrag können bei der Einkommensteuerveranlagung anders als beim Zulageverfahren innerhalb der Höchstgrenze von derzeit maximal 2.100 Euro für alle geleisteten Altersvorsorgebeiträge als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Gehören beide Ehepartner zum unmittelbar förderberechtigten Personenkreis, können beide diese Höchstgrenze in Anspruch nehmen. Gehört ein Ehegatte nicht zum begünstigten Personenkreis, so kann dieser nicht den zusätzlichen Sonderausgabenabzug in Anspruch nehmen. Der Sonderausgabenabzug für die geleisteten Gesamtbeiträge (siehe oben) kann in diesem Fall nur bei dem unmittelbar zulageberechtigten Ehegatten - jedoch nur innerhalb der für ihn geltenden Höchstgrenze - berücksichtigt werden. Der Höchstbetrag erhöht sich in diesem Fall von 2.100 € auf 2.160 €.

Bei Abgabe der Steuererklärung prüft das Finanzamt automatisch, ob für den Kunden die staatliche Zulage oder der Abzug der Beiträge als Sonderausgaben günstiger ist (sog. "Günstigerprüfung"). Sofern der Steuervorteil aus dem Sonderausgabenabzug größer ist als der Wert der Zulagen, wird die Differenz im Rahmen einer Steuerrückerstattung vom Finanzamt an den Förderberechtigten ausgezahlt.

Zukunftssicher dank Einlagensicherung.

Das in einen Riester-Vertrag eingezahlte Kapital ist auch bei einer Insolvenz der jeweiligen Bank oder Versicherung geschützt, hier greift die Einlagensicherung beziehungsweise eine von den Versicherungen gegründete Auffanggesellschaft. Im Falle einer Arbeitslosigkeit ist das Riester-Kapital ebenfalls sicher, denn weder Sozialbehörden noch die Arbeitsagentur dürfen diese Verträge bei der Berechnung für das Arbeitslosengeld II als Vermögen berücksichtigen.

Kann man den Anspruch auf Riester-Förderung verlieren?

Ändern sich jedoch aus beruflichen oder privaten Gründen die Anspruchsvoraussetzungen, ist es möglich, den Anspruch auf Riester-Förderung für die Zukunft zu verlieren. Dann sollte geprüft werden, ob es günstiger ist, den Vertrag so lange ruhen zu lassen, bis die staatliche Förderung wieder erhalten werden kann. 

RentenversicherungBeschreibung
Klassische RentenversicherungGarantierte Verzinsung des Sparanteils 0,9 % plus Überschussbeteiligung
Rentenversicherung mit FondsanteilLediglich der Erhalt der eingezahlten Beiträge und der Riesterzulagen ist garantiert, nur erwirtschaftete Überschüsse werden in Fonds angelegt
Rentenversicherung mit hohem FondsanteilNicht nur Überschüsse, sondern auch ein Teil der Versicherungsbeiträge wird in Fonds angelegt
FondssparplanAnlagenbeiträge der Sparer fließen in Investmentfonds

Die unterschiedlichen Vorsorgeformen mit Riester-Förderung.

Positiv

  • Staatliche Zulagen und Steuerersparnis
  • Geförderte Sparbeiträge sind Hartz-IV-sicher in der Aufschubzeit
  • Keine Abgeltungsteuer
  • Geschützt durch Einlagensicherung oder Auffanggesellschaft
  • Flexibilität

Negativ

  • Wenn sich Anspruchsvoraussetzungen ändern, verliert man u. U. Anspruch auf zukünftige Förderung
  • Riester-Rentenversicherung bei vorzeitiger Kündigung gegebenenfalls unrentabel

Die Vor- und Nachteile der Riester-Rente.

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